Blue Flower


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1994/1995 habe ich in der Dominikanischen Republik die ersten Gehversuche unter Wasser gemacht. Nach einer kurzen Einführung im Hotelpool durfte ich mit aufs Boot und ab zum Riff. Die Tauchgänge gingen dort bis an die 20 m Grenze. Die Gruppe bestand in der Regel aus 6 - 8 "Tauchern" und zwei Tauchguides. Einer der Guides führte die Gruppe, der zweite überwachte die Gruppe von oben. Ausserdem war dieser Guide dafür zuständig, die Taucher vom Boot in die Tiefe, bzw wieder zurück an Boot zu bringen. Aus heutiger Sicht ist mir erst richtig bewusst geworden, welch hohes Risiko wir damals eingegangen sind. Zurück in den heimischen Gefilden konnte ich mich nicht mehr zum Tauchen überwinden. Zum einen lag es sicher an den heimischen Gewässern, die sich nicht mit der Karibik messen können. Zum anderen lag es auch daran, dass sich im Rahmen der Familienplanung die Prioritäten geändert haben.

 

 

Langsam wurde der Wunsch, wieder einmal zu Tauchen, immer grösser, als ich im Winter 2006 mit einem Camping-Nachbarn ins Gespräch gekommen bin. Dabei kam heraus, dass Klaus ebenfalls ein Taucher ist. Er hat mir dann von der Tauchschule Dreiländer Eck erzählt. Zufälligerweise kam an diesem Tag noch ein Freund vorbei, der Ausbilder in der Tauchschule ist. Jörg hat mir dann den groben Ablauf erklärt. Danach hat mich das Tauchfieber neu gepackt und nach einer kurzen Bedenkzeit habe ich mich dann entschieden, das Angebot anzunehmen, zwei Probetrainings mitzumachen.

Die Entscheidung war eigentlich schon gefallen, so dass ich mich im März 2006 in der Tauchschule angemeldet habe. Entscheidend für mich war, dass hier kein Zwang aufgebaut wurde. Es gab keinerlei Beschränkung, in welcher Zeit was absolviert werden muss. Nur der Auszubildende entscheidet, in welchem Tempo er seine Ausbildung durchführen möchte. Die Ausbildung erfolgt zu einem Festpreis und war damit klar kalkulierbar.

 

 

Die Ausbildung begann in Hallenbad von Maulburg und umfasst verschieden Trainingseinheiten. Ziel dieser Trainingseinheiten ist zum einen, sich mit der Ausrüstung vertraut zu machen und den richtigen Umgang damit zu lernen. Weiterhin gehören einige Übungen und Test´s dazu, um die körperliche Fitness zu testen, bzw. zu trainieren. Der Abschluss bildete der Grundtauchschein, welcher die Vorraussetzung dafür war, die Ausbildung im Freiwasser fortzuführen.

Parallel dazu fanden im Anschluss zu den Trainingsabenden doch theoretische Lerneinheiten statt, in denen die Grundkenntnisse über die Tauchphysik, die Tauchmedizin und die Gerätekunde vermittelt wurden. Neben diesen einzelnen Lektionen fand noch eine Theoriekurs über einen ganzen Tag statt, in welchem die Theorie nochmals vertieft wurde. Im Anschluss mussten wir dann eine schriftliche Prüfung ablegen.

Danach ging es ins Freiwasser, wo in mindestens 12 Tauchgängen die Praxis im Wasser vermittelt wurde. Die Übungen umfassten hauptsächlich Notfall-Szenarien, wie Auftauchen unter Wechselatmung, Maskenausblasen, Lungenautomaten wieder finden. Auch gehörten wieder Übungen zur Prüfung der Leistungsfähigkeit dazu, wie Streckenschwimmen mit Ausrüstung, mehrfaches Abtauchen auf eine bestimmte Tiefe innerhalb einer gewissen Zeit.

Für mich in Nachhinein waren die schlechten Bedingungen im Baggersee von Grissheim ein Glücksgriff. Nach dieser harten Schule mit diesen schlechten Bedingungen konnte mich bisher nichts mehr schocken. Aus diesem Grund kann ich es nur jedem raten, die Ausbildung in hiesigen Gewässern durchzuführen. Wenn man mit diesen Bedingungen zurecht gekommen ist, so kann man überall Tauchen.

Meine Ausbildung zum CMAS* konnte ich dann am 08.07.2007 abschliessen. Danach hatte ich den Schwerpunkt erst einmal auf das Tauchen gelegt um die Grundlagen für eine spätere Weiterbildung zu vertiefen. Nach Abschluss der Ausbildung ging es dann erst einmal in den Süden um im Kroatischen Meer einige schöne Tauchgänge zu absolvieren. Um im Winter nicht aus der Übung zu gelangen, hatte ich dann entschieden, mit Kollegen regelmässig im Bodensee tauchen zu gehen. Auch hier hat sich wieder gezeigt, dass die extremen Bedingungen (Wassertemparatur bis 6°C, fast absolute Dunkelheit) im ersten Schritt eine Belastung darstellen, die jedoch mit erfahrenen Tauchpartnern gut zu meistern sind. Den Lohn der Mühen konnte ich dann im folgenden Sommer feststellen, als ich mit mehr Routine und einem deutlich besseren Luftverbrauch wieder in Kroatien tauchen gehen konnte.

 

 

Nachdem meine Frau auch Ihr Interesse am Tauchen entdeckt hatte und ebenfalls die CMAS* - Ausbildung abgeschlossen hatte, konnte ich mich an den nächsten Schritt, der CMAS ** - Ausbildung, wagen. Im Herbst 2008 habe ich dann damit begonnen, die benötigten Übungen abzulegen. Neben den Übungen, die die Fähigkeiten und die körperliche Fitness abtesten sollte, sind die Sonderbrevets ein grosses Thema.

Zu diesen Brevets gehört die Gruppenführung, die Orientierung und die HLW/O2. Die Gruppenführung ermöglicht mir, sicherer mit Fremden tauchen zu gehen und besser selber zu erkennen, wenn was schief geht. Die Orientierung hatte für mich gerade in den heimischen Gewässern eine hohe Bedeutung, da die Sicht doch eher schlecht ist. HLW/O2 ist ein Kurs, den man hoffentlich nie braucht, aber er hilft nicht nur im beim Tauchen sondern auch im normalen Leben. Gerade diesen Kurs kann ich jedem ans Herz legen.